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"Keine Erfahrung sollte vergebens gewesen sein."
Zum hundertsten Geburtstag
Elsa Fugger
"Keine Erfahrung sollte vergebens gewesen sein."
Elsa Vierling wird in Leipzig am 09.02.1903 geboren und kommt über ihren sozialdemokratischen Vater zur Kommunistischen Partei. Sie arbeitet mit ihrem Mann für die Rote Hilfe Deutschland. Als dieser verhaftet wird, führt sie im Auftrag der Genossen ihre Arbeit in Paris weiter, wo sie unter dem Namen Marie Felten illegal weiter im kommunistischen Widerstand arbeitet. Im November wird sie denunziert und von der Gestapo verhaftet Als Marie Felten nach Ravensbrück deportiert. Durch ihre Kameradinnen kann sie die Haft trotz schwerer Erkrankungen überleben und wird im April 1945 durch das Schwedische Rote Kreuz befreit. 1946 trifft sie ihren Mann Carl nach 12 Jahren Trennung wieder, und kehrt nach Leipzig zurück. 1951 reist sie mit einer Regierungsdelegation der DDR zur UNO. Elsa Fugger berichtete über ihre Erfahrungen und Überzeugungen in Schulen und auf Vorträgen. Sie stirbt am 13.5. 1982.
Maria Zeh
"Ich habe mir gesagt, verbittert darfst Du nicht werden."
Maria Zeh wird am 09.08.1903 als Maria Fingerle geboren und lebt in Stuttgart. Über die
Marxistische Arbeiterschule kommt sie zur Kommunistischen Partei.
Bereits im Frühjahr 1933 engagiert sie sich für die Interessensgemeinschaft oppositioneller Lehrer und arbeitet für die Fluchtvorbereitung besonders gefährdeter Personen. Ab dem 31. Juli 1935 wird sie für 31 Monate in Einzelhaft gefangengehalten. Sie wird zu 26 Monaten Gefängnis verurteilt, die längst verbüßt sind. Bevor sie in die Lichtenburg überführt wird, kommt sie erneut für 6 Monate in Einzelhaft. In der Lichtenburg muss sie ab 1938 als Pflegerin im Revier arbeiten und organisiert mit Doris Masse Hilfe für andere Häftlinge. Nach ihrer Verlegung nach Ravensbrück wird sie am 9.11.1939 entlassen. Ihr Mann hatte derweil die Scheidung durchgesetzt. Nach der Befreiung, arbeitet sie beim Stiftungsamt der Stadt Stuttgart, ist in der Gewerkschaft und Unterstützung der Schwäbischen Volksjugend sehr aktiv. Am 12.12.1989 stirbt sie nach halbjähriger Krankheit.
Katharina Staritz
"Wer als Gefangener das Lager zuerst betritt,... dem wird klar, dass auch Christus hier
ausgesperrt werden soll."
Sie wird am 25. Juli 1903 in Breslau geboren. Ab 1926 studiert sie Theologie und wird 1938 Leiterin der Zweigestelle der "Evangelischen Hilfsstelle für nichtarische Christen" in Breslau. Dort hilft sie bei der Ausreise von Juden und Jüdinnen. Sie wendet sich 1941 gegen das Gesetz zum Tragen des Davidssterns, wird daraufhin vom Dienst suspendiert und am 4. März 1942 von der Gestapo verhaftet. Über mehrere Stationen wird sie im Juni 1942 nach Ravensbrück deportiert. Nach der Befreiung arbeitet sie als Pfarrerin in Gemeinden, deren Pfarrer in Kriegsgefangenschaft sind. Am 03. April 1953 stirbt sie nach schwerer Krankheit in Frankfurt/Main.
Nanda Herbermann
"Ist doch das KZ ein Abgrund teuflischer Bosheit."
In Münster wird Nanda Herbermann am 29.12.1903 geboren. Aufgrund ihrer Arbeit für die Zeitschrift "Der Gral" wird sie am 4.02.1941 verhaftet. Nach Einzelhaft und Verhören kommt sie im August 1941 nach Ravensbrück, wo sie wegen einer Bagatelle in Dunkelarrest gesperrt wird. Durch die Intervention ihrer fünf Brüder kommt Nanda Herbermann im März 1943 frei. Nach dem Krieg wird sie Vorsitzende des Anerkennungsausschusses für politisch, rassische und religiös Verfolgte in Münster und erhält als eine der ersten Frauen das Bundesverdienstkreuz. Am 2.08.1979 verstirbt sie in Beelen bei Warendorf.
Juliane Vetter
Schwester Helena
Die am 12.12.1903 geborene Juliane geht mit 27 Jahren in ein Kloster und wird Pflegerin. Als sie der Frau eines SS-Parteifunktionärs zur Taufe ihres Kindes rät, wird sie verhaftet und ohne Gerichtsverhandlung nach Ravensbrück deportiert, wo sie in der Rüstungsproduktion arbeiten muss. Nach der Befreiung auf dem Todesmarsch kehrt sie ins Kloster nach Schonach zurück und wird eine sehr beliebte Krankenschwester. Sie stirbt im März 1995 in Schonach.
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