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Zum Tode von Fred Dellheim
Nach kurzer schwerer Krankheit ist am 9. November 2003 in Berlin Fred Dellheim verstorben. Die Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e. V. trauert um einen herausragenden antifaschistischen Mitstreiter. Er wurde am 29. November auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde beigesetzt.
Der Co-Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) und der Vizepräsident der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) wurde am 17. Mai 1924 im rheinland-pfälzischen Mutterstadt geboren. Der Sohn jüdischer Eltern entkam im Januar 1939 mit einem Kindertransport nach England der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime. Seine Eltern und seine ältere Schwester wurden 1943 in Auschwitz ermordet. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges war Fred Dellheim als "Ausländer feindlicher Nationalität" in Kanada interniert. Im Anschluss an seine Rückkehr nach London trat er als Freiwilliger der britischen Armee bei, landete 1944 mit ihr in der Normandie und kämpfte in ihren Reihen bis zur Kapitulation Deutschlands im Mai 1945. Anschließend war Fred Dellheim im Rheinland am Aufbau der im Londoner Exil gegründeten Freien Deutschen Jugend (FDJ) beteiligt.
Nachdem er in die DDR übergesiedelt war, wirkte er über Jahre in leitenden Funktionen in der Industrie. Seit 1992 stand er dem Interessenverband der Verfolgten des Naziregimes (IVVDN) vor. Als "kräftezehrende Krönung seines Lebenswerkes" bezeichnete Hans Canjé die Vereinigung des IVVDN mit der seit Jahrzehnten organisatorisch getrennten westdeutschen VVN-BdA im Oktober 2002.
mh
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